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Tinto, parce, qué pena: kolumbianischer Alltagswortschatz

Ein tinto ist ein schwarzer Kaffee, kein Rotwein; ¡qué pena! ist eine Entschuldigung, keine Klage; und dar papaya hat nichts mit Obst zu tun. Der kolumbianische Alltagswortschatz ist reich an Wörtern, die anderswo andere Bedeutungen haben — ein Minenfeld falscher Freunde, keine bloße Liste.

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Erklärung

Beginnen Sie mit den Wörtern, über die Sie zuerst stolpern, weil Sie sie bereits kennen. Ein tinto ist ein kleiner schwarzer Kaffee — wer Wein erwartet, wird überrascht — und sein Diminutiv tintico wird in jedem Büro angeboten. ¡Qué pena! heißt „wie peinlich" und funktioniert als Entschuldigung: ¡qué pena con usted! ist „das tut mir sehr leid". Pena bedeutet in Kolumbien weit häufiger Verlegenheit als Kummer. Ein mono oder eine mona ist eine blonde Person, kein Affe. Ein chino ist in Bogotá ein Kind. Und dar papaya heißt, sich angreifbar zu machen, nach dem Spruch a papaya puesta, papaya partida — ein Rat, das Handy nicht auf der Straße zu zeigen, kein Obstgeschäft.

Dann das Alltagsregister, das Sprechende weltweit als kolumbianisch ausweist. Chévere und bacano heißen beide „super"; berraco (auch verraco) beschreibt jemanden Zähen oder Beeindruckenden, berraquera die Eigenschaft selbst. Parce oder parcero heißt „Kumpel", aus Medellín stammend und heute landesweit. Camello ist ein Job, camellar heißt schuften. Plata ist Geld, lucas zählt es in Tausendern. Rumba ist eine Party, rumbear heißt ausgehen. Vaina ist das Allzweck-„Ding", vom Gegenstand bis zur Lage. ¡Pilas! mahnt zur Aufmerksamkeit, und listo dient als „okay, abgemacht" wie vale in Spanien.

Zwei Dinge im Blick behalten. Erstens ist das kein einheitlicher Wortschatz: Die Karibikküste teilt viel Vokabular eher mit Venezuela und den Inseln als mit Bogotá, Antioquia hat seine eigene Paisa-Schicht, und Wörter wie parce verbreiteten sich zu Lebzeiten von Medellín nach außen. Zweitens schwankt das Register stärker, als die Glossen nahelegen: chévere und listo sind neutral, camello und plata salopp, aber unauffällig, und ein Teil des Küsten- und Paisa-Slangs ist weit informeller, als ein Lernwörterbuch andeutet. Im Zweifel am neutralen Ende bleiben; Kolumbianer erwarten von Ausländern nicht, den Slang zu produzieren, nur ihn zu verstehen.

Beispiele

¿Le provoca un tinto?
Hast du Lust auf einen Kaffee?

Region: CO

¡Qué pena con usted, no lo vi!
Tut mir sehr leid, ich habe Sie nicht gesehen!

Region: CO

No dé papaya con el celular en la calle.
Mach dich nicht angreifbar, indem du dein Handy auf der Straße zeigst.

Region: CO

Ese parce es muy berraco para el camello.
Der Typ ist ein echter Schaffer.

Region: CO (Antioquia)

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