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Chévere, pana, dame la cola: venezolanischer Alltagswortschatz
Venezuela schenkte der spanischsprachigen Welt chévere und behielt weit mehr für sich: pana für einen Freund, chamo für einen Typen, cambur für eine Banane, caraota für eine schwarze Bohne und dame la cola für „nimm mich mit". Die Auswanderung hat vieles davon inzwischen über den Kontinent getragen.
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Erklärung
Beim Essen ist der Abstand am größten, denn Venezuela benennt Grundnahrungsmittel um, die fast überall sonst anders heißen. Ein cambur ist eine Banane (anderswo plátano, während plátano in Venezuela speziell die Kochbanane meint). Caraotas sind schwarze Bohnen — in Mexiko frijoles, im Südkegel porotos. Eine patilla ist eine Wassermelone (anderswo sandía). Auch der Kaffee hat eigenes Vokabular: ein guayoyo ist ein dünner schwarzer Filterkaffee, ein marrón Kaffee mit Milch zu etwa gleichen Teilen und ein negrito ein kleiner schwarzer. Arepa und cachapa brauchen keine Übersetzung, wohl aber eine Erklärung für alle, die nie dort waren.
Die soziale Schicht ist karibisch im Rhythmus und unverkennbar venezolanisch im Detail. Chamo und chama sprechen einen jungen Mann oder eine junge Frau an und dienen als allgemeines „he". Pana ist ein Freund, pana mío nahe an „mein Alter". Chévere heißt großartig und ist Venezuelas erfolgreichster Export — von Kuba bis Peru verstanden. Burda de ist ein Verstärker, burda de bueno also „richtig gut". Vaina ist das Allzweck-„Ding", geteilt mit Kolumbien und der weiteren Karibik. Epa ist ein Gruß, eine cotufa ist Popcorn. Dame la cola bittet um eine Mitfahrgelegenheit, und echar los perros heißt, jemanden anzubaggern.
Zwei Warnungen. Zum Register: coño ist im venezolanischen Sprachgebrauch außerordentlich häufig, auch in coño de madre und als bloßer Ausruf, und dort weit milder als dasselbe Wort in Spanien oder Mexiko — erkennen Sie es, aber eichen Sie Ihren eigenen Gebrauch nicht daran. Arreche und arrecho schwanken ähnlich und bedeuten je nach Kontext und Land wütend, mutig oder ausgezeichnet, in manchen Ländern vulgär. Zur Geografie: Seit 2015 hat eine massenhafte Auswanderung das venezolanische Spanisch nach Kolumbien, Peru, Chile, Ecuador und weiter getragen, sodass dieser Wortschatz zunehmend weit entfernt von Venezuela begegnet — besonders chévere und pana verorten keinen Sprecher mehr.
Beispiele
Kannst du mich in die Stadt mitnehmen?
Region: VE
Hey Alter, alles gut?
Region: VE
Schwarze Bohnen mit Arepa und einer Banane.
Region: VE
Der Film ist echt gut, Alter.
Region: VE
Verwandte Regeln
- Venezolanische Diminutive: -ico und ein ahorita, das in beide Richtungen zeigt
- Tinto, parce, qué pena: kolumbianischer Alltagswortschatz
- Mexikanische Alltagswörter: chamba, lana, chavo, antojitos, cruda
- Iberischer Wortschatz: coche, móvil, vale — und das Problem mit coger
- Aspiriertes s: ehtá, ¿cómo ehtás?