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Camba und colla: Boliviens zwei große Akzente
Camba bezeichnet das tiefländische Ostbolivien (Santa Cruz, Beni, Pando); colla das andine Hochland. Die Begriffe markieren Akzent, Wortschatz und Identität.
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Erklärung
Camba bezeichnet das tiefländische Ostbolivien, colla das andine Hochland — und beide Wörter dienen im Alltag zur Selbstidentifikation. Camba-Sprecher aspirieren oder tilgen das s im Silbenauslaut (ehtá, loh dóh), verwenden vos und klingen schneller und melodischer; Colla-Sprecher bewahren ein klares, kräftiges s, neigen zu tú und usted und haben ein Aymara/Quechua-Substrat.
Die Begriffe tragen gelegentlich eine freundschaftliche Rivalität in sich. Wer nach Bolivien zieht, sollte zwischen Santa Cruz und La Paz sehr unterschiedliche Klanglandschaften erwarten und sowohl das aspirierte Tiefland-s als auch das kräftige Hochland-s als gleichwertige Formen des bolivianischen Spanisch akzeptieren.
Zwischen beiden Identitäten liegt eine dritte: der valluno des Cochabamba- und Chuquisaca-Tals, stark Quechua-geprägt und von Camba wie Colla gleichermaßen verschieden. Bemerkenswert ist auch das sich verschiebende Prestige: Santa Cruz ist heute Boliviens größte und wirtschaftlich dominante Stadt, weshalb camba-Sprechen ein wachsendes Gewicht erlangt hat, das der alte La-Paz-zentrierte Standard nicht widerspiegelte.
Beispiele
In Santa Cruz sagen sie 'pueh' und verschlucken das s; in La Paz nicht.
Region: BO
Er ist aus dem Tiefland, man hört es am Akzent.
Region: BO
Die Talbewohner sprechen anders als Tief- und Hochländer.
Region: BO